Ein Leben im Watt - Albertus Akkermann auf Borkum

Albertus Akkermann war weit mehr als ein Wattführer. Über 35 Jahre führte der gebürtige Borkumer mehr als 350.000 Menschen durch das Wattenmeer und machte jede Tour mit seinem Akkordeon, seinen Geschichten und seiner Liebe zur Insel zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am 11. Juli ist er im Alter von nur 59 Jahren gestorben. In dieser Folge erinnern wir an einen außergewöhnlichen Menschen, der Borkum wie kaum ein anderer geprägt hat. Es geht um Musik zwischen Ebbe und Flut, um Heimat, Menschlichkeit und einen Abschied, der viele bewegt. Eine Hommage an einen Mann, dessen Gruß bis heute nachklingt: „Laat jo nich unnerkriegen.“

7/20/2026

Ein Leben im Watt - Albertus Akkermann auf Borkum

Albertus Akkermann war weit mehr als ein Wattführer. Über 35 Jahre führte der gebürtige Borkumer mehr als 350.000 Menschen durch das Wattenmeer und machte jede Tour mit seinem Akkordeon, seinen Geschichten und seiner Liebe zur Insel zu einem unvergesslichen Erlebnis.

In dieser Folge erinnern wir an einen außergewöhnlichen Menschen, der Borkum wie kaum ein anderer geprägt hat. Es geht um Musik zwischen Ebbe und Flut, um Heimat, Menschlichkeit und einen Abschied, der viele bewegt. Eine Hommage an einen Mann, dessen Gruß bis heute nachklingt: „Laat jo nich unnerkriegen.“

Es gibt Menschen, die gehören so sehr zu einem Ort, dass man sie sich ohne ihn nicht vorstellen kann. Und dann gibt es jene seltenen Menschen, die selbst zu einem Stück Heimat werden. Albertus Akkermann war so einer.
Am 11. Juli 2026 ist der Borkumer Wattführer, Musiker und Inselbotschafter im Alter von nur 59 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Für viele war er weit mehr als ein Naturführer. Er war die Stimme des Watts.

Über 35 Jahre führte der gebürtige Borkumer mehr als 350.000 Menschen hinaus auf den Meeresboden der Nordsee. Über 10.500 Wattwanderungen – eine Zahl, die kaum zu begreifen ist. Doch wer einmal mit Albertus unterwegs war, erinnert sich selten zuerst an Zahlen. Sondern an seine Geschichten. An seine Menschlichkeit. An seine markante Stimme. Und an das Akkordeon.
Mitten draußen zwischen Prielen, Schlick und Muscheln holte er sein Instrument hervor und ließ die Nordsee singen. Lieder von Jaques Brel, Rio Reiser, eigene Kompositionen, plötzlich wurde aus einer Wattwanderung ein Erlebnis, das lange nachhallte. Sein berühmtes „Watt’n Konzert” war weit mehr als Unterhaltung. Es war eine Liebeserklärung an seine Insel.


Während der Corona-Pandemie stand Albertus allein am Strand. Mit seinem Akkordeon schickte er Musik und Hoffnung hinaus in die Welt. Als Reisen unmöglich waren, brachte er Borkum zu denen nach Hause, die ihre Insel vermissten.


Auch als Musiker hinterließ er Spuren. Mit seiner Band Triangel und als Komponist des bis heute beliebten Töwerland-Lieds bewahrte er norddeutsche Kultur auf seine ganz eigene Weise. Ich durfte Albertus mehrfach auf Kreuzfahrten erleben. Er gehörte zu den Menschen, die keine Bühne brauchten, um Eindruck zu hinterlassen. Sobald er das Akkordeon in die Hand nahm, wurde es still. Nicht, weil die Musik laut war – sondern weil sie ehrlich war. Sie roch nach Salz, nach Wind und nach Heimat.
Sein plattdeutscher Abschiedsgruß lautete stets: „Laat jo nich unnerkriegen.” Lasst euch nicht unterkriegen.
Ein schönerer letzter Gruß ist kaum denkbar.
Mach’s gut, Bertus. Das Watt wird deine Schritte vermissen. Und irgendwo zwischen Ebbe und Flut wird dein Akkordeon noch lange weiterspielen. In unseren Herzen sowieso.

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